ZDF: Streit um Nikolaus Brender und Markus Schächter
08.03.2009 14:06 Uhr von Roland Fuchser
Ungeachtet der parteipolitischen Zugehörigkeit zeichnet Roland Koch alles andere als ein Händchen für Sensibilität und Geschick aus. Schon öfters trat Roland Koch durch fragwürdige Handlungen, die immer den Anschein der Machtgewinnung und -erhaltung hatten, ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Kaum ein Fettnäpfchen, so erscheint es, in das Koch nicht voller Überzeugung mit Anlauf reinspringt.
So nun auch erst kürzlich bei der Frage der Vertragsverlängerung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Rein medienrechtlich eine korrekte Handlung von Koch, der sich parteiintern mit Angela Markel und Edmund Stoiber abgesprochen hatte. Und dennoch, dass falsche Zeichen mit dem falschen Auftreten zu einem falschen Zeitpunkt. Und nun werden die öffentlichen Stimmen lauter, die sich hinter Brender stellen. Eine Internetseite http://www.brender-muss-bleiben.de wurde ins Leben gerufen. Nun droht auch der Stuhl von ZDF-Intendant Markus Schächter dem Druck der öffentlichen Diskussion um Brender nicht mehr Stand halten zu können. Kommende Woche findet die Sitzung des Fernsehrats statt, bei dem ein deutliches Signal in Richtung Markus Schächter erwartet wird. Am 27. März wird dann die Entscheidung in puncto Brender und indirekt auch bezüglich Markus Schächter erwartet.
Die Verzahnung von öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten und Politik ist weder neu noch medienrechtlich bedenklich. Jedoch werden in dem aktuellen Fall die Interessen, Machtpositionen und Einflussnahme deutlicher denn je. So wird unterm Strich doch eines deutlich: Die mit den Geldern der Bürger finanzierten TV-Sender werden für politische Zwecke ge- und missbraucht. Dabei sollen die öffentlich-rechtlichen Sender doch genau eines sein: unabhängig, neutral und im demokratischen Sinne überparteilich für für alle Bürgerinnen und Bürger.
Ich finde die Diskussion und die Einmischung von Koch & Co. hoch bedenklich und schlicht nicht mehr zeitgemäß. Hier und da muss unser tolles Mediensystem doch in Hinblick auf Reformierbarkeit durchleuchtet werden. Denn zu viel Politik, Manipulation und Interessenskonflikte tun in dieser Zeit weder den großen Parteien noch den öffentlich-rechtlichen Sendern gut.


