3nach9 mit Sandra Maischberger
01.03.2010 12:55 Uhr von Roland Fuchser
Nach dem kurzen Gastspiel von Charlotte Roche, die nach nur fünf Sendungen die Co-Moderation der Sendung "3nach9" aufgab bzw. aufgeben musste, moderiert Giovanni di Lorenzo nun die nächsten sechs Sendungen mit unterschiedlichen Moderatorinnen. Den Anfang machte Sandra Maischberger. Ich bin Maischberger Fan und kann aber auch beim Versuch, objektiv zu sein, nichts Negatives an ihrer Moderation finden. Sandra Maischberger hat sympathisch, souverän und gekonnt durch "3nach9" geführt und konnte di Lorenzo das Wasser reichen.
Nun kommt erschwerend hinzu, dass ich auch ein großer Fan von Giovanni di Lorenzo bin, sowohl als Chefredakteur der "Zeit" als auch als Moderator von "3nach9". Doch die vergangene Sendung endete katastrophal und auf einem ruinierend niedrigen Niveau. Der sonst so sanfte und einlullende Giovanni di Lorenzo reduzierte seinen Gast Silvana Koch-Mehrin, FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, ausschließlich auf die umstrittenen Aussagen von Guido Westerwelle. So richtig wollte er Frau Koch-Mehrin keine Chance lassen, etwas qualifiziertes zu sagen und konnte seine eigene, politische Haltung nicht verbergen. Der letzte Talk-Gast, Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel, durfte in seiner Hauptredezeit keine drei Sätze sagen. Eine interesante Frage, die Sandra Maischberger einzubringen versuchte, wurde von Giovanni di Lorenzo rüde abgebügelt.
Dieser Fall zeigt für mich zum einen, welche Brisanz die Thematik Westerwelle hat, aber zum anderen auch, dass man sich entscheiden sollte, ob man eine kommentierende und politische Sendung machen möchte, oder mit immer gleicher Neutralität JEDEM Gast begegnen will. So jedenfalls fand ich die Vorstellung von Herrn di Lorenzo peinlich und seiner nicht würdig.


