5 Fragen an Andreas "Bär" Läsker, Deutschlands erfolgreichem Musikmanager und DSDS Juror
Montag, 14. April 2008
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Herr Läsker, als Entdecker und Manager der „Fantastischen Vier“ und zahlreicher weiterer Bands wirken Sie an vorderster Musikfront mit. Gibt es einen positiven Trend, der jungen Musikern Hoffnung machen kann, dass Musik dauerhaft noch ein Markt ist, auf den man setzen und in dem man wachsen und arbeiten kann?
Ich denke, die Möglichkeiten des legalen Downloads (iTunes, Musicload usw.) bilden ganz allmählich wieder mündige Konsumenten aus. Der Käufer entscheidet sich inzwischen bewusst gegen die Mogelpackung „Album“, die ja ursprünglich als Rabattmodell aufgesetzt und nur selten als Konzeptalbum ausgeführt wurde. Durch den Einzeltiteldownload entsteht eine vollkommen neue Einkaufskultur, die ich als sehr gut und zukunftsträchtig empfinde, da sie sehr diversifiziert ist und somit den Content in den Vordergrund stellt.
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Sie arbeiten seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen der Musik- und Medienbranche und haben - nicht zuletzt durch Ihre aktuelle Teilnahme in der DSDS-Jury – viel Erfahrung mit dem Musiknachwuchs. Gibt es eine besondere Entwicklung in Sachen Nachwuchs? Können Sie Veränderungen feststellen?
Ja, natürlich, die schlechte Veränderung ist: die neuen Berufswünsche der Jugend sind Superstar und Millionär, früher waren es Pilot und Feuerwehrmann. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, aber es ist natürlich im Falle des Superstars recht inflationär, die Welt braucht nicht so viele davon. Und im Falle des Millionärs....sagen wir mal so....das ist kein Beruf, sondern ein Zustand.
Die gute Veränderung ist: viele junge Musiker und Talente kümmern sich selbst um ihr eigene Vermarktung, arbeiten sehr flüssig und selbstverständlich mit den neue Medien. Es entsteht eine neue, starke Musikergemeinschaft, auf die wir alle gespannt sein können.
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Wie beurteilen Sie die Ausbildungsmöglichkeiten rund um die Musikindustrie, vom Popkurs über die Popakademie bis hin zu anderen Talentschmieden? Sorgen diese für eine Verbesserung?
Ich kenne keine einzige „Talentschmiede“ für das Musikbiz. Die Popakademie nehme ich nicht wahr bzw. ich bin der Meinung, dass ein pseudo-akademischer Ausbildungsweg der Sache nicht zuträglich ist. Ich denke, das Musikgeschäft lernt man nur, indem man es betreibt. Sämtliche Theorie ist hier oft in wenigen Monaten obsolet. Also wie will man das studieren? Selbst die absoluten Grundlagen werden oft in wenigen Jahren überholt. Ich sehe da keine Chance, das akademisch anzupacken. Am Ende ist es ein „people´s biz“, und kriegsentscheidend ist nicht die Ausbildung, sondern die Erfahrung.
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Wie sehen Sie die Zukunft der Plattenlabels? Können Sie uns in wenigen Sätzen einen Einblick in Ihre Arbeitsweise bei dem Label „Four Artists“ geben?
Ich sehe die Zukunft der Plattenlabels, so wie sie heute aufgestellt sind, extrem schwarz. Es wird noch massivste Umwälzungen geben, und die Talsohle dieser Firmen ist noch lange nicht erreicht. Aber das ist ein Thema, für das wir wenigstens einen ganzen, langen Abend brauchen... können wir gerne machen;)
Four music ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr in unseren Händen.
Wir führen lediglich die Bookingagentur FOUR ARTISTS weiter.
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Gibt es einen musikalischen Newcomer Tipp, den Sie uns ans Herz legen wollen?
Watch out for THOMAS GODOJ!!!!