5 Fragen an Jim Rakete, Fotograf und Fotojournalist
Montag, 17. März 2008
ComeUnited.Com:
Herr Rakete, Sie sind einer der bedeutendsten Fotografen und stehen für hohe künstlerische Qualität und eigene Stilrichtung. Sind nach Ihrer Meinung Fotokunst und digitale Fotografie miteinander vereinbar?
Bedeutung ist ein viel zu unhandliches Wort für einen Stil, der im Kern immer nur das Authentische bedient hat. Fotokunst und digitale Fotografie passen sehr gut zusammen, wenn sie einer konstruierten Idee folgen. Dagegen verhält es sich im Analogen eher so, dass eine Technik seiner eigenen, erzählerischen Wahrheit vertraut. Gar keine Frage, dass mir das mehr liegt.
ComeUnited.Com:
Wie ist es bei den Fotografen um den Nachwuchs bestellt? Was können Sie jungen und talentierten Fotografen mit auf den Weg geben?
Ich verwette meine Lieblingskamera, dass es eine Unmenge Talent da draußen gibt. Ob es für diese vielen Leute Raum zum Arbeiten gibt, ob ein Beruf für sie daraus wird, daran kann man indes zweifeln. Die meisten biegen ab in Nachbarberufe.
Was ich einem jungen, talentierten Fotografen mit auf den Weg geben könnte? – Vermutlich wenig. Als ich damit anfing, war es eine Fertigkeit und kein Business.
ComeUnited.Com:
Wie beurteilen Sie die zahlreichen großflächigen Plakat-Kampagnen in Bezug auf Inhalt und Aussage einerseits und die fotografische Darstellung anderseits? Gibt es eine Kampagne, die im Hinblick auf die bildliche Darstellung Ihr Favorit ist?
Es gibt nicht die eine Kampagne, die mich umhaut. Soweit es die Bilder betrifft, sind es immer die, die mich mitfühlen lassen, worum es geht. Da unterscheidet sich die Werbung nicht von allen anderen Bildern.
ComeUnited.Com:
Welche handwerklichen Kriterien zeichnen für Sie ein großartiges Bild aus?
Handwerkliches finde ich in diesem Kontext überschätzt – ein gutes Bild ist eines, das einen berührt – ein großes Bild ist eines, über das man nachdenkt.
ComeUnited.Com:
Seit jeher haben Sie eine große Verbundenheit zur Musik und haben als Fotograf, Manager und Produzent an der Seite vieler bekannter deutscher Musiker gestanden. Wie sehen und beurteilen Sie die heutige Entwicklung der Musikszene, und sehen Sie Chancen für eine Aufwärtsbewegung?
Die Chance zur Aufwärtsbewegung gibt es schon allein dadurch immer, dass wir unsere Sprache nicht voll ausschöpfen in der Popmusik. Zudem ist es einfacher und billiger geworden zu produzieren. Allerdings ist der Jackpot kleiner geworden dadurch, dass nicht so viele Tonträger verkauft werden wie zu meiner Zeit, und die Medien bilden die jungen Talente nicht in dem Maße ab, in dem sie das müssten.