5 Fragen an Michael "Bully" Herbig, Comedian, Schauspieler und Regisseur
Montag, 10. August 2009
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Herr Herbig, Sie verfilmten die Zeichentrickserie "Wickie und die starken Männer", am 9. September kommt der Film in die Kinos. Wickie, der kleine liebenswerte, zurückhaltende, ängstliche, aber intelligente Sohn des stursten Wikinger-Chef aller Zeiten, entgeht als Einziger dem Raub der Dorfkinder; denn bei ihm geht Köpfchen über Kraft.
Warum haben Sie sich genau dieses Themas angenommen, und was wird den Zuschauer erwarten?
Herbig: Im Grunde war es gar nicht meine Idee. Ich war damals gerade mit der Vorbereitung zu "(T)Raumschiff Surprise" beschäftigt, als mir der Produzent Christian Becker erzählte, dass er die Verfilmungsrechte zu "Wickie" erworben hatte. Ich hab´ zu ihm gesagt, wenn er noch zwei, drei Jahre Zeit hat, würde ich den Film gerne machen. Die Vorlage bietet einen tollen Mix aus Abenteuer und Spaß! Ich denke, die Zuschauer dürfen eine Realverfilmung erwarten, die sich ziemlich genau an das Original hält.
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Für die richtige Besetzung der Rollen führten Sie auf ProSieben eine Casting-Show mit sechs Folgen "Bully sucht die starken Männer" durch. Aus Tausenden von Bewerbern wählten Sie sechs "kernige" Männer aus. Erst kürzlich ist Til Schweiger mit seiner RTL Casting-Show "Mission Hollywood" gescheitert.
Ist für Sie ein TV-Casting ein gutes und sinnvolles Mittel, um die geeigneten Schauspieler zu finden und gleichzeitig Promotion für den Film zu erreichen?
Herbig: Ich hab´ das Casting ja nicht für andere gemacht, sondern für mich. Ich hab´ meine Darsteller ja auch wirklich gesucht. Das TV-Casting hat mir eine enorm hohe Auswahl an Darstellern geboten, und ich hab´ meine Besetzung auch gefunden. Diese Mission wurde also erfolgreich erfüllt. Das heißt aber nicht, dass man jetzt automatisch für jeden Film ein TV-Casting machen muss. In diesem Fall hat eben alles gepasst.
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Sie haben bereits einige, große Kassenschlager produziert, zum Beispiel "Der Schuh des Manitu", "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" und "Lissi und der wilde Kaiser". Im Vergleich dazu erscheinen die meisten deutschen Produktionen als kommerziell weniger erfolgreich.
Was sind die Geheimnisse Ihres kommerziellen Erfolgs?
Herbig: Es gibt leider keine Geheimnisse. Ich mach einfach nur Filme, die ich gerne selbst im Kino sehen würde. Und ich mach sie so, wie sie mir gefallen. Ich bin natürlich wahnsinnig glücklich, dass ich nicht der Einzige bin, dem sie gefallen!
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Sie haben viele Deutsche Comedy-Preise erhalten. Es fällt auf, dass Ihre Art des Humors generationsübergreifend in allen gesellschaftlichen Schichten gut ankommt.
Was sind die Themen, über die wir Deutschen herzhaft lachen können, und welche Tabus sollte jeder Comedian dringend beachten?
Herbig: Im Grunde sollte man alles und jeden auf den Arm nehmen dürfen. Die große Kunst besteht darin, die Leute zum Lachen zu bringen, über die man scherzt.
Humor sollte nie verletzend sein. Aber auch das ist sehr kompliziert, denn die Schmerzgrenzen sind nicht selten unterschiedlich angesiedelt.
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Am 7. Dezember 2008 wurde Ihr erfolgreicher Film "Der Schuh des Manitu" in Berlin als Musical uraufgeführt.
Kommen auf der Live-Bühne die Komik und der Charme Ihres Films durch die Musik und Choreograhie noch stärker zur Geltung? Gibt es im Vergleich zum Film Vorteile beim Musical?
Herbig: Es war immer klar, dass man den Film nicht eins zu eins auf die Bühne bringen kann. Mir war immer wichtig, dass die Temperatur des Filmes erhalten bleibt.
Das Musical erfüllt die Erwartungen der Fans, liefert aber auch enorm viel Neues. Ich bin ziemlich stolz darauf! Wer weiß, vielleicht segelt ja Wickie in ein paar Jahren auch über die Bühne.